KI-Suche im Oktober 2026: Vier Systeme haben gleichzeitig umgebaut
Aktualisiert: vor 7 Stunden
Google zeigt AI Overviews bei fast jeder Gästefrage, ChatGPT verlinkt Google Maps, Perplexity setzt auf Tourismusorganisationen. Was sich im Oktober geändert hat und was Hotels und Destinationen daraus mitnehmen.
Der Oktober 2026 war ein Umbaumonat. In meinem Monitoring mit 154 Gästefragen zu Urlaub in Österreich haben vier KI-Systeme innerhalb von drei Wochen ihr Verhalten geändert, jeweils an einem klar erkennbaren Datum. Für Betriebe heißt das: Die eigene Website und das Google-Unternehmensprofil kommen öfter direkt in die Antwort. Für Destinationen: Ihre Seiten werden öfter als Quelle genutzt, ihr Name aber seltener genannt.
Vier Änderungen, vier Daten
Datum | System | Was sich ändert |
|---|---|---|
ab 6./7. Oktober | Perplexity | zitiert deutlich mehr Tourismusorganisationen, deutlich weniger Blogs |
7. bis 24. Oktober | ChatGPT | viel mehr Quellen je Antwort, dazu Links zu Google Maps |
ab 14. Oktober | Google AI Mode | weniger Google-Ortseinträge je Antwort |
ab 22. Oktober | Google AI Overviews | erscheinen bei fast jeder Frage, auch bei Hotelfragen |
Keiner der Anbieter hat diese Änderungen angekündigt. Sie sind nur in den Daten sichtbar.
Google AI Overviews erscheinen jetzt fast überall
Das ist für Betriebe die wichtigste Änderung, weil AI Overviews in der normalen Google-Suche stehen, ganz oben.
Im September erschien bei 83 meiner 154 Fragen täglich eine AI Overview. Ende Oktober waren es 151 bis 153. Bei den 45 Hotel- und Unterkunftsfragen stieg der Wert von 11 am Tag auf 42 bis 45. Praktisch jede Hotelfrage bekommt jetzt eine KI-Zusammenfassung, bevor der Gast die erste Website sieht.
Die größte Einzelquelle darin sind Google-Ortseinträge, also die Angaben aus dem Unternehmensprofil. Dazu kommen Instagram und Facebook, die bei Hotelfragen gleichauf mit den großen Buchungsportalen stehen.
Google-Daten tauchen auch in ChatGPT auf
Vom 7. bis 24. Oktober war google.com die meistzitierte Quelle bei ChatGPT. Mehr als jede dritte ChatGPT-Antwort enthielt Wegbeschreibungen zu Betrieben in Google Maps, rund 1.300 verschiedene Betriebe insgesamt. Bei einzelnen Hotelantworten stand sogar die Google-Bewertung dabei. Seit 25. Oktober sind diese Links wieder weg.
Was genau ausgespielt wurde, bei welchen Fragen und für welche Betriebe, zeige ich im Detailbeitrag Nimmt ChatGPT jetzt die Google-Daten? Was der Oktober 2026 zeigt.
Betriebe kommen öfter selbst in die Antwort
Bei den Hotel- und Unterkunftsfragen steigt der Anteil der Betriebswebsites von 21 auf 28 Prozent. Zitiert werden 2.075 verschiedene Betriebe statt 1.518. ChatGPT nennt jetzt im Schnitt sieben Betriebswebsites je Antwort statt 1,3, Perplexity zitiert sie deutlich öfter als im September.
Gleichzeitig verlieren Gutschein-, Vergleichs- und Wellnessportale an Gewicht. Details und was Hotels jetzt prüfen sollten: Betriebe in der KI-Suche: Die eigene Website gewinnt wieder.
Destinationen werden öfter Quelle, aber seltener genannt
Perplexity hat ab 6./7. Oktober umgestellt: Der Anteil von Österreich Werbung und Landesorganisationen steigt dort von 10 auf rund 20 Prozent, Blogs werden nur noch halb so oft zitiert. Auch über alle Themen hinweg legen Tourismusorganisationen zu und stehen öfter auf den vorderen Plätzen einer Antwort.
Der Haken: Die Seiten werden öfter zitiert, die Organisation im Antworttext aber seltener genannt. Mehr dazu im Beitrag Destinationen in der KI-Suche: Mehr Quelle, weniger Name.
ChatGPT wird breiter
ChatGPT zitiert seit 9. Oktober rund 21 Quellen je Antwort statt 4 und greift dabei auf viel mehr verschiedene Websites zu: Ende Oktober rund 1.550 am Tag statt 320 im September. Englische Seiten steigen von 2 auf 11 Prozent, obwohl alle Fragen auf Deutsch gestellt werden. Für kleine Betriebe steigt damit die Chance, überhaupt in einer Antwort vorzukommen.
Spielt das Google-Spam-Update eine Rolle?
Google hat vom 24. September bis 8. Oktober ein Spam-Update ausgerollt. Das liegt zeitlich nahe an den Änderungen, eine Hauptrolle spielt es nach meinen Daten aber eher nicht:
Die beiden Google-Systeme haben erst danach umgebaut, der AI Mode ab 14. Oktober, die AI Overviews ab 22. Oktober.
Die stärkste Verschiebung weg von Blogs und hin zu Tourismusorganisationen gibt es bei Perplexity, und Perplexity richtet sich nicht nach Googles Ranking.
Die Portale, die verlieren, verlieren bei fast allen Systemen, nicht nur bei Google.
Dass einzelne Seiten vom Spam-Update betroffen sind, kann ich nicht ausschließen. Den Umbau im Oktober erklärt es nicht.
Was Google im Oktober veröffentlicht hat
Parallel zu den Daten hat Google im Oktober einiges veröffentlicht, das für Betriebe und Destinationen direkt nutzbar ist. Dazu habe ich jeweils eine Anleitung geschrieben:
Googles Regeln für KI-Inhalte vom 1. Oktober, in fünf Praxisbeiträgen: KI-Texte im Tourismus: Was weißt du, das die KI ohne dich nicht weiß?, Transparenz bei KI-Inhalten, Bilder und Alt-Texte, Strukturierte Daten einfach erklärt und Seitentitel und Meta Descriptions
Speisekarte und Ernährungsmerkmale im Unternehmensprofil: Google Unternehmensprofil für Restaurants
Das Unternehmensprofil direkt mit Gemini pflegen: Google-Unternehmensprofil mit Gemini aktualisieren
Googles Hinweise zu Bindestrichen, Umlauten und Keywords in Adressen: URLs richtig gestalten
Der KI-Bericht in der Search Console (seit 31. August): In der Search Console siehst du jetzt, ob dich KI nennt
Was das jetzt heißt
Für Hotels und Gastronomie: Das Google-Unternehmensprofil wirkt im Oktober über drei Systeme, AI Mode, AI Overviews und zeitweise ChatGPT. Gleichzeitig zitieren ChatGPT und Perplexity die eigene Website öfter. Beides pflegen, Profil und Website, ist die Antwort auf diesen Monat.
Für Destinationen: Gute Seiten werden belohnt, aber still. Erfolg in der KI-Suche heißt im Moment vor allem „Quelle sein“, nicht „im Text genannt werden“.
Für alle: Einzelne Monatswerte sind keine Trends. Der November zeigt, welche dieser Änderungen bleiben.
Häufige Fragen
Was hat sich im Oktober 2026 bei der KI-Suche geändert?
Vier Systeme haben umgebaut: Perplexity zitiert ab 6./7. Oktober mehr Tourismusorganisationen, ChatGPT ab 7. Oktober viel mehr Quellen und zeitweise Google Maps, der Google AI Mode ab 14. Oktober weniger Ortseinträge je Antwort, und die AI Overviews erscheinen ab 22. Oktober bei fast jeder Frage.
Zeigt Google jetzt bei Hotelfragen immer eine AI Overview?
In meinem Monitoring ab 23. Oktober fast immer: bei 42 bis 45 von 45 Hotel- und Unterkunftsfragen am Tag. Im September waren es 11.
Hat das Google-Spam-Update vom September die KI-Antworten verändert?
Nach meinen Daten eher nicht maßgeblich. Das Update lief vom 24. September bis 8. Oktober, die Google-Systeme haben erst danach umgebaut, und die stärkste Verschiebung gab es bei Perplexity, das sich nicht nach Googles Ranking richtet.
Kommt meine Hotelwebsite jetzt öfter in KI-Antworten vor?
Bei allgemeinen Hotelfragen ja: Der Anteil der Betriebswebsites steigt im Oktober von 21 auf 28 Prozent. Vor allem ChatGPT und Perplexity zitieren Betriebswebsites deutlich öfter als im September.
Was sollen Betriebe jetzt tun?
Google-Unternehmensprofil vollständig halten, die eigene Website so gestalten, dass sie die Fragen der Gäste beantwortet, und in den eigenen KI-Abfragen prüfen, über welchen Weg der Betrieb vorkommt.
Datenbasis
GEO-Monitor Österreich: Seit April 2026 werden jeden Tag dieselben 154 Gästefragen an die großen KI-Systeme gestellt, im Markt Österreich. Ausgewertet sind ChatGPT, Perplexity, Microsoft Copilot, Google AI Overviews, Google AI Mode und Claude. Rohdaten erhebt das Werkzeug Otterly.ai, Aufbereitung und Auswertung stammen von Manuela Machner (KiNET.ai). Gezählt wird das Zitat, also ein Quellenverweis in einer KI-Antwort an einem Tag. Oktober: 264.859 Zitate, September: 192.984. Die Erhebung ist wiederholbar, nicht repräsentativ. Alle Monate im GEO-Monitor Österreich, die Ursprungsstudie unter KI-Sichtbarkeit im Österreich-Tourismus.
Quelle zum Spam-Update: Relevant Audience, Google's September 2026 spam update is complete (mit Verweis auf Googles Search Status Dashboard).
Über die Autorin: Manuela Machner (KiNET.ai) ist Touristikerin und KI-Beraterin für den Tourismus. Vor der Gründung von KiNET.ai war sie neuneinhalb Jahre Geschäftsführerin der Tourismusdestination Murtal/Region Spielberg. Mit KiNET.ai begleitet sie Tourismusbetriebe, Destinationen und Verbände beim praxisnahen Einsatz von KI, von Schulungen und Workshops über KI-Strategie bis zur Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen.






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