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In der Search Console siehst du jetzt, ob dich KI nennt. Die Frage ist, wer bei dir hineinschaut

vor 11 Minuten
5 Min. Lesezeit

Der Generative-AI-Performance-Bericht in der Google Search Console ist seit 31.08.2026 weltweit für alle Websites freigeschaltet. Du siehst dort, bei welchen Seiten du in AI Overviews, im AI Mode und in generativen Discover-Funktionen erscheinst. Der Bericht kostet nichts und ist in zwei Minuten offen. Oft schaut nur die Agentur hinein, und genau

das ist das Problem.



Was der Bericht zeigt und was er verschweigt


Was im Bericht steht und was fehlt

Im Generative-AI-Performance-Bericht stehen Impressionen, also wie oft deine Seite in einer KI-Antwort eingeblendet wurde, aus AI Overviews, dem AI Mode und generativen Discover-Funktionen, aufgeschlüsselt nach Seite, Land und Datum. Nicht drin stehen Klickdaten. Das gehört ehrlich dazugesagt, weil der Bericht sonst mehr verspricht, als er hält.


Der Logging-Fehler im August, den kaum jemand kennt

Google hat einen Logging-Fehler ab 13.08.2026 dokumentiert, der Impressionen zu niedrig auswies. Behoben wurde er am 20.08.2026 (Search Engine Roundtable). Wer sich seine Augustdaten ansieht, findet dort eine Delle, die es real nicht gab. Bevor du also in Panik verfällst: erst das Datum prüfen.


Warum weniger Klicks nicht weniger wert sind

Zero-Click-Suchen sind zB in Deutschland von 56 Prozent 2024 auf 69 Prozent im Mai 2025 gestiegen (SISTRIX AI Insights). Dafür konvertiert Traffic, der über KI-Quellen kommt, um 31 Prozent besser als andere Quellen, und die Absprungrate liegt 45 Prozent niedriger (Adobe Analytics 2025). Beide Erhebungen sind inzwischen über ein Jahr alt, neuere Vergleichswerte liegen bisher nicht vor. Die Richtung ist klar: weniger Klicks, aber bessere.


Warum du selbst hineinschauen musst


Die Agentur sieht Zahlen. Du siehst die Saison

In einem KiNET.ai-Kurs hat eine Teilnehmerin in ihrem eigenen Search-Console-Bericht festgestellt, dass ausgerechnet ihr Artikel zur Sonnwende der meistzitierte Beitrag in KI-Systemen war. Und zwar erwartbar rund um das Datum. Der Grund war simpel: Titel und Inhalt trafen genau die Fragen, die Gäste in dieser Zeit stellen.


Ein Einzelfall, und genau deshalb aufschlussreich. Er zeigt nicht, wie oft so etwas vorkommt, sondern dass niemand von außen es vorher gesehen hätte. Eine Agentur sieht eine Seite mit auffälligen Impressionen im Juni. Die Gastgeberin sieht im selben Chart die Sonnwende, das Fest im Ort, das Wetter und die Anfragen, die sie damals per Mail bekommen hat.

Ohne diesen Blick lässt sich auch nichts weiterentwickeln. Wer weiß, welcher Beitrag wann zieht, weiß auch, was im nächsten Jahr früher und breiter aufzusetzen ist. Das ist keine SEO-Aufgabe, das ist eine Gastgeber-Aufgabe.


Eine einzelne Messung beweist fast nichts

Wenn dir jemand einen Screenshot zeigt, auf dem dein Hotel in ChatGPT steht, dann ist das genau das: ein Screenshot.


SISTRIX hat 82.619 Prompts mit 1.548.213 Snapshots über sechs Länder und 17 Wochen ausgewertet (Johannes Beus, 28.04.2026, aktualisiert 21.08.2026). Die zitierten Quellen rotieren wöchentlich: bei ChatGPT Search 74 Prozent, im Google AI Mode 56 Prozent, in AI Overviews 5 Prozent. Für dieselbe Anfrage zitieren AI Overviews und AI Mode zu 83 Prozent unterschiedliche Domains. Gleichzeitig haben 86,5 Prozent der Prompts einen stabilen Kern aus ein bis fünf Domains.


Übersetzt in die Praxis: Die Frage ist nicht, ob du einmal vorkommst. Die Frage ist, ob du zum stabilen Kern gehörst oder zur wöchentlichen Rotation. Und das siehst du nur über Zeit, nicht an einem Dienstagnachmittag. Wie unterschiedlich einzelne Systeme dabei auswählen, habe ich für Claude im Tourismus aufgeschrieben.


KI-Zugriffe und KI-Sichtbarkeit sind zwei verschiedene Dinge

Diese Verwechslung kommt in meinen Workshops immer wieder, deshalb einmal sauber getrennt.


KI-Zugriffe sind Bots, die deine Seite lesen. GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot, Google-Extended, OAI-SearchBot, CCBot. Die siehst du in den Server-Logfiles deines Hosters. Nicht in Google Analytics, weil Bots dort üblicherweise gar nicht auftauchen. Wie du parallel dazu dein Google Unternehmensprofil aufstellst, seit die KI dort die Antworten schreibt, steht im zugehörigen Beitrag.


KI-Sichtbarkeit ist, ob du in den Antworten der KI-Systeme vorkommst. Die siehst du seit 31.08.2026 im Generative-AI-Performance-Bericht der Google Search Console.

Zwei verschiedene Dinge, zwei verschiedene Orte. Wer gecrawlt wird, wird noch lange nicht zitiert. Dass Google in dieser Frage nicht immer widerspruchsfrei argumentiert, habe ich in Google prüft deine Website auf KI-Tauglichkeit aufgeschrieben. Und was der Button für bevorzugte Quellen leistet, steht in Google bevorzugte Quellen, ehrlich erklärt.


So kommst du zum Bericht

Dauer rund zwei Minuten:

  1. Google Search Console öffnen.

  2. Dein Unternehmen auswählen (wenn du schon angelegt bist).

  3. Im linken Menü unter "Leistung" den Bericht für generative KI-Funktionen öffnen.

  4. Zeitraum auf die letzten drei Monate stellen.

  5. Auf den Reiter "Seiten" wechseln.

  6. Die Liste nach Impressionen sortieren.


Dann schaust du dir die Top-Seiten an und fragst dich bei jeder: Warum ausgerechnet die? Welche Frage beantwortet sie, und wann stellen Gäste diese Frage? Diese zweite Frage kann dir niemand abnehmen.


Wenn du keinen Zugang hast, fordere ihn bei deiner Agentur an. Die Search Console erlaubt mehrere NutzerInnen, das kostet nichts, und die Agentur verliert dadurch nichts. Für eine Verweigerung gibt es keinen fachlichen Grund.


Dass ich das nicht nur empfehle, sondern selbst mache: Der GEO-Monitor auf kinet.ai verfolgt 155 standardisierte Gästefragen täglich über sechs KI-Engines für den österreichischen Tourismus, ausgewertet mit Otterly.ai für Österreich. Die Auswertung ist öffentlich einsehbar. Aus diesen Daten entsteht gerade eine Studie zum österreichischen Tourismus und seinen Quellen. Die Arbeit läuft, fertig ist sie noch nicht.

Mein Fazit: Der Bericht ist kein Reporting-Werkzeug für die Agentur. Er ist ein Beobachtungsfenster für dich. Hast du schon hineingeschaut, und was hat dich dort überrascht?


Häufige Fragen

Wo kann ich die KI-Zugriffe auf meiner Webseite prüfen?

KI-Zugriffe von Bots siehst du in den Server-Logfiles deines Hosters, meist unter Logs, Zugriffsstatistik oder Rohdaten im Hosting-Panel. Google Analytics zeigt sie in der Regel nicht an, weil Bots dort üblicherweise herausgefiltert werden. Verwechsle das nicht mit KI-Sichtbarkeit, also der Frage, ob du in Antworten genannt wirst. Die siehst du seit 31.08.2026 im Generative-AI-Performance-Bericht der Google Search Console.


Wie unterscheide ich KI-Zugriffe von menschlichen Besuchern in Analytics?

In Google Analytics unterscheidest du sie normalerweise gar nicht, weil bekannte Bots dort nicht als Sitzungen gezählt werden. Was du in Analytics sehen kannst, sind menschliche BesucherInnen, die über eine KI-Antwort zu dir gekommen sind, erkennbar an Referrern wie chatgpt.com oder perplexity.ai. Die Bots selbst findest du nur im Server-Log. Kurz: Analytics zeigt Menschen, das Logfile zeigt Maschinen.


Wo sehe ich in meiner Server-Logdatei KI-Zugriffe?

Im Access-Log deines Webservers, das ist die Datei, die jeden Zugriff mitschreibt. Dort gibt es ein Feld namens User-Agent, in dem sich jedes Programm selbst benennt. Such darin nach GPTBot, OAI-SearchBot, ClaudeBot, PerplexityBot, Google-Extended und CCBot. Viele Hoster bieten eine Download-Funktion für die Logdateien an, sonst hilft ein kurzer Anruf beim Support.


Wie erkenne ich KI-Bots in meinen Webseiten-Statistiken?

Über den User-Agent-Namen, das ist das verlässlichste Merkmal. Zusätzlich fallen Bots durch gleichmäßige Zugriffsmuster ohne Verweildauer und ohne Interaktion auf. Wenn deine Statistik-Software eine Bot-Übersicht hat, findest du sie dort meist unter Crawler oder Spider. Gecrawlt zu werden ist ein notwendiger erster Schritt, es ist aber noch kein Nachweis für Sichtbarkeit in KI-Antworten.


Wie beeinflusst Bot-Traffic meine Website-Metriken?

In Google Analytics meist gar nicht, weil bekannte Bots ausgefiltert werden. In serverseitigen Statistiken dagegen schon, dort treiben Crawler die Zahl der Seitenaufrufe nach oben und verzerren Kennzahlen wie durchschnittliche Verweildauer und Absprungrate nach unten. Wenn deine Hoster-Statistik plötzlich hohe Zugriffszahlen ohne passende Anfragen zeigt, lohnt ein Blick ins Logfile. Halte deshalb die drei Quellen getrennt: Logfile für Bots, Analytics für Menschen, Search Console für KI-Sichtbarkeit.


Über die Autorin

Manuela Machner ist die Expertin für KI im Tourismus, Trainierin und Speakerin. Mit KiNET.ai arbeitet sie mit Tourismusbetrieben, Verbänden und Destinationen daran, Künstliche Intelligenz im Betrieb nutzbar zu machen. Sichtbarkeit in KI-Systemen gehört dazu, gemessen statt vermutet. Künstliche Intelligenz + Menschliche Intelligenz = Intelligenz², aber ohne menschliche Intelligenz ist künstliche auch nichts wert.

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