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KI-generierte Illustration: Eine Hotelmitarbeiterin betrachtet an einem Laptop eine übersichtliche Webadresse; im Hintergrund ein See und ein alpines Hotel.

URLs richtig gestalten: Was Google jetzt zu Bindestrichen, Umlauten und Keywords sagt

vor 2 Stunden
8 Min. Lesezeit

Wie wichtig ist eigentlich die Adresse einer Webseite für ihre Auffindbarkeit bei Google? Soll man Keywords verwenden? Sind Umlaute erlaubt? Und warum empfiehlt Google Bindestriche statt Unterstrichen? Google hat am 23. Oktober 2026 seine offiziellen Empfehlungen zur URL Struktur präzisiert. Ein guter Anlass, sich die wichtigsten Regeln für verständliche und technisch saubere Websiteadressen genauer anzusehen.


Wenn wir über SEO sprechen, denken wir meistens an Inhalte, Überschriften, Bilder und technische Optimierungen. Die eigentliche Adresse einer Unterseite wird dagegen oft eher nebenbei behandelt.


Dabei lohnt sich auch hier ein genauer Blick.


Gerade bei Websites von Hotels, Destinationen oder anderen Unternehmen entstehen im Laufe der Jahre oft Hunderte oder Tausende Unterseiten. Manche haben verständliche Namen, andere enthalten kryptische Nummern, Parameter oder automatisch erzeugte Zeichenfolgen.


Google empfiehlt ausdrücklich eine einfache, nachvollziehbare Struktur. Sie soll es Menschen und Suchmaschinen erleichtern, die Inhalte einer Website zu verstehen.


Und Google erklärt nun auch genauer, weshalb bestimmte Schreibweisen bevorzugt werden.


Die wichtigsten Aussagen auf einen Blick


Bindestriche machen Wörter erkennbar

Für neue URLs Wörter mit Bindestrichen trennen – nicht mit Unterstrichen oder gar nicht.


Klar benennen statt Keywords stapeln

Eine lesbare URL beschreibt den Inhalt. Viele Keywords im Pfad allein bringen kaum Rankingwirkung.


Umlaute sind erlaubt - werden aber umgewandelt

Die Umschreibung mit ae, oe, ue oder ss ist eine praktische Option, keine Google-Pflicht.


Funktionierende URLs behalten

Bestehende Adressen nicht allein wegen der Schreibweise ändern. Änderungen brauchen eine dauerhafte Weiterleitung.



1. Bindestrich oder Unterstrich? Google hat eine klare Empfehlung


Wer an meinen SEO oder GEO Schulungen teilgenommen hat, kennt die Empfehlung wahrscheinlich schon: Wörter innerhalb einer URL möglichst mit Bindestrichen trennen.


Google bestätigt das in seiner aktuellen Dokumentation ausdrücklich.


Ein Beispiel:


Empfohlen:


www.hotel.at/familienurlaub-steiermark


Nicht empfohlen:


www.hotel.at/familienurlaub_steiermark


Ebenfalls nicht empfohlen:


www.hotel.at/familienurlaubsteiermark


Interessant ist vor allem Googles Begründung.


Bindestriche signalisieren eine eindeutige Wortgrenze. Unterstriche werden aus historischen Gründen in vielen Programmiersprachen verwendet, um mehrere Wörter zu einem zusammengehörigen Begriff zu verbinden.


Ein Beispiel aus der Programmierung:


format_date


Hier bilden beide Wörter gemeinsam einen Bezeichner.


Ein Bindestrich hingegen signalisiert Google eindeutig, wo ein Wort endet und das nächste beginnt.


Die Verwendung von Bindestrichen hilft damit sowohl Menschen als auch Suchmaschinen, einzelne Begriffe und Konzepte innerhalb einer URL leichter zu erkennen.


Das ist keine völlig neue Empfehlung. Google hat aber am 23. Oktober 2026 seine Dokumentation genau an dieser Stelle präzisiert.



2. Sprechende URLs statt kryptischer Zeichenfolgen


Google empfiehlt, nach Möglichkeit verständliche Wörter anstelle langer IDs oder schwer lesbarer Zeichenfolgen zu verwenden.


Beispielsweise:


Gut verständlich:


www.hotel.at/wellness/angebote


Weniger verständlich:


www.hotel.at/index.php?id=84927&cat=18


Bei der ersten Adresse können wir sofort erkennen, worum es auf der Seite geht.


Das ist vor allem für Nutzerinnen und Nutzer hilfreich, die einen Link erhalten, weiterleiten oder in einem Suchergebnis sehen.


Google kann aus verständlichen URL Bestandteilen außerdem Informationen über die Seitenstruktur ableiten.


Eine lesbare URL allein ist allerdings kein Garant für eine bessere Position in den Suchergebnissen.



3. Welche Rolle spielen Keywords innerhalb der URL?


Das ist ein Punkt, bei dem es viele Missverständnisse gibt.


Häufig wird empfohlen, möglichst viele wichtige Suchbegriffe direkt in die URL aufzunehmen.


Beispielsweise:


/wellnesshotel-steiermark-wellnessurlaub-spa-hotel


Das ist aber keine besonders gute Idee.


Google schreibt im offiziellen SEO Starter Guide ausdrücklich, dass Keywords im Domainnamen oder URL Pfad allein kaum Auswirkungen auf das Ranking haben.


Natürlich ist es sinnvoll, eine Seite verständlich zu benennen.


Eine URL wie


/urlaub-mit-hund


ist für eine entsprechende Angebotsseite nachvollziehbar.


Aber eine möglichst große Anzahl von Keywords in die URL zu packen, bringt nicht automatisch bessere Rankings.


Meine Empfehlung: Verwende jene Begriffe, die den tatsächlichen Seiteninhalt am besten beschreiben. Nicht mehr und nicht weniger.



4. Umlaute in URLs: Erlaubt oder problematisch?


Auch dazu macht Google konkrete Angaben.


Grundsätzlich sind Umlaute in URLs erlaubt.


Eine Adresse wie


www.beispiel.at/gemüse


ist also nicht automatisch falsch.


Allerdings müssen bestimmte Zeichen technisch codiert werden, wenn sie beispielsweise in HTML Links verwendet werden.


Google zeigt dafür selbst das Beispiel:


/gemüse


wird technisch zu


/gem%C3%BCse


Das ist eine korrekte Darstellung desselben Zeichens in einer URL.


Für die praktische Arbeit empfehle ich trotzdem gerne, Umlaute zu umschreiben.


Also:


  • ä durch ae ersetzen

  • ö durch oe ersetzen

  • ü durch ue ersetzen

  • ß durch ss ersetzen


Beispielsweise:


/fuenf-schoene-wanderungen


statt


/fünf-schöne-wanderungen


Das ist keine verpflichtende Google Vorgabe. Es ist eine praktische Empfehlung, um technische Probleme bei der Weitergabe, Verarbeitung und Verlinkung von Adressen möglichst zu vermeiden. Stell dir vor du sagts einen Link an, bzw. beim Kopieren fällt ein Zeichen.


Bestehende funktionierende URLs mit Umlauten müssen deshalb nicht geändert werden.



5. Leerzeichen und Sonderzeichen richtig verwenden


Auch Leerzeichen können technisch innerhalb einer URL codiert werden.


Aus einem Leerzeichen wird dabei häufig %20.


Für eine normale Websiteadresse ist das allerdings weder besonders gut lesbar noch praktisch.


Statt


/urlaub%20mit%20hund


ist deshalb


/urlaub-mit-hund


die sinnvollere Variante.


Google empfiehlt außerdem, reservierte Zeichen entsprechend den technischen URL Standards korrekt zu codieren.


Das betrifft insbesondere Zeichen, die innerhalb einer URL eine bestimmte Funktion haben.


Ein Fragezeichen leitet beispielsweise üblicherweise URL Parameter ein. Ein Kaufmannsund verbindet mehrere Parameter.


Diese Zeichen sollten deshalb nicht beliebig als Ersatz für eine normale Worttrennung verwendet werden.



6. Großschreibung und Kleinschreibung können einen Unterschied machen


Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Großschreibung.


Google weist darauf hin, dass URLs technisch zwischen Groß und Kleinbuchstaben unterscheiden können.


Beispielsweise:


www.hotel.at/Wellness


und


www.hotel.at/wellness


können zwei unterschiedliche Adressen sein.


Ob sie tatsächlich unterschiedliche Inhalte liefern, hängt vom jeweiligen Webserver ab.


Gerade bei umfangreichen Websites kann eine uneinheitliche Schreibweise dazu führen, dass mehrere URLs für denselben Inhalt entstehen.


Deshalb empfehle ich, innerhalb der URL Pfade möglichst konsequent Kleinbuchstaben zu verwenden.


Das vereinfacht die Verwaltung und reduziert mögliche Fehler bei internen Verlinkungen.



7. Möglichst wenige unnötige URL Parameter


Das ist eine weitere Empfehlung von Google, die gerade bei größeren Websites wichtig ist.


URL Parameter sind grundsätzlich nichts Schlechtes.


Sie werden beispielsweise verwendet, um Produkte zu filtern, Suchergebnisse zu sortieren oder bestimmte Inhalte auszuwählen.


Problematisch wird es, wenn durch solche Parameter sehr viele unterschiedliche URLs entstehen, obwohl sich die Inhalte kaum unterscheiden.


Ein Beispiel aus dem Tourismus:


Eine Hotelsuche erlaubt unterschiedliche Filter für Region, Ausstattung, Reisedatum und weitere Eigenschaften.


Je mehr Filter miteinander kombiniert werden können, desto mehr mögliche URLs entstehen.


Google beschreibt ausdrücklich, dass solche Filterkombinationen eine sehr große Zahl ähnlicher Adressen erzeugen können.


Das kann dazu führen, dass der Googlebot viel Zeit damit verbringt, immer neue Varianten derselben Inhalte abzurufen.


Google empfiehlt deshalb, unnötige Parameter zu vermeiden, insbesondere Sitzungs-IDs, Tracking-Parameter sowie Filter- und Sortierparameter, die für denselben Inhalt zahlreiche nahezu identische URLs erzeugen. Dynamische URL-Strukturen sollten sinnvoll gesteuert werden, indem nur tatsächlich relevante Parameter indexierbare Inhalte erzeugen, unnötige Varianten vermieden oder konsolidiert werden und Suchmaschinen über Canonical-Tags, interne Verlinkung, robots.txt sowie gegebenenfalls die Google Search Console klare Signale zur bevorzugten URL erhalten.


Für große touristische Plattformen, Unterkunftsverzeichnisse und Buchungssysteme ist das ein wichtiger technischer SEO Punkt.



8. Eine logische URL Struktur hilft bei der Orientierung


Google empfiehlt außerdem, Inhalte nachvollziehbar zu organisieren.


Nehmen wir eine touristische Website.


Eine sinnvolle Struktur könnte beispielsweise so aussehen:


www.region.at/wandern


www.region.at/wandern/familienwanderungen


www.region.at/wandern/bergwanderungen


www.region.at/radfahren


www.region.at/radfahren/mountainbike


Damit werden thematische Zusammenhänge bereits anhand der Websiteadressen erkennbar.


Eine solche Struktur hilft Menschen bei der Orientierung und kann auch die technische Organisation einer umfangreichen Website erleichtern.


Google weist darauf hin, dass die Struktur gerade bei sehr großen Websites auch beeinflussen kann, wie effizient Inhalte gecrawlt und indexiert werden.


Allerdings gilt auch hier: Es gibt keinen Grund, eine funktionierende Website nur wegen einer schöneren URL Hierarchie komplett umzubauen.



9. Mehrsprachige Websites brauchen eine nachvollziehbare Struktur


Für den Tourismus ist dieser Punkt besonders relevant.


Viele Destinationen, Hotels und Freizeitbetriebe betreiben Websites in mehreren Sprachen.


Google empfiehlt, auch die geografische und sprachliche Ausrichtung bei der URL Struktur zu berücksichtigen.


Beispielsweise:


www.hotel.at/de/angebote


www.hotel.at/en/offers


Solche Verzeichnisse können unterschiedliche Sprachversionen klar voneinander trennen.


Für mehrsprachige Websites sind zusätzlich weitere technische Einstellungen wichtig, insbesondere die korrekte Kennzeichnung zusammengehöriger Sprachversionen.


Die URL allein reicht dafür nicht aus.


Trotzdem ist eine konsistente sprachliche Struktur eine sinnvolle Grundlage.



10. Inhalte nicht nur über URL Fragmente unterscheiden


Ein etwas technischerer Punkt betrifft das Zeichen #.


Google erklärt, dass URL Fragmente im Normalfall nicht verwendet werden sollten, um unterschiedliche Seiteninhalte bereitzustellen.


Beispielsweise:


www.beispiel.at/#/angebote


Wenn eine Website ihre Inhalte ausschließlich über solche Fragmentadressen verändert, kann das die Erfassung durch Google erschweren.


Google empfiehlt für entsprechende JavaScript Anwendungen geeignete technische Lösungen, insbesondere die History API.


Für normale Websitebetreiber ist das meist kein Thema, das sie selbst einstellen müssen.


Bei der Entwicklung neuer Websites oder Webanwendungen sollte es aber berücksichtigt werden.



11. Soll ich jetzt meine bestehenden URLs ändern?


Nein - hier wäre ich vorsichtig.


Die aktuelle Google Dokumentation ist keine Aufforderung, alle bestehenden Unterseiten umzubenennen.


Wenn eine Website bereits seit Jahren mit bestimmten URLs gut funktioniert, kann eine Änderung mehr Aufwand verursachen als Nutzen bringen.


Denn sobald sich eine URL verändert, müssen auch bestehende Verlinkungen berücksichtigt werden.


Das betrifft interne Links ebenso wie Links von anderen Websites, gespeicherte Lesezeichen und Suchmaschineneinträge.


Wenn eine URL geändert werden muss, sollte die bisherige Adresse dauerhaft und korrekt auf die neue weiterleiten.


Meine Empfehlung: Die Google Vorgaben vor allem bei neuen Websites, neuen Unterseiten und ohnehin geplanten technischen Überarbeitungen berücksichtigen.


Bestehende funktionierende Adressen nicht nur wegen eines Unterstrichs oder Umlauts verändern.



12. Und was bedeutet das alles für GEO und die Sichtbarkeit in KI Systemen?


Natürlich stellt sich auch die Frage, ob eine optimierte URL dazu beiträgt, häufiger in ChatGPT, Gemini oder Google AI Mode genannt zu werden.


Hier müssen wir unterscheiden.


Google hat seine Empfehlungen zur URL Struktur für die Google Suche veröffentlicht.


Die Dokumentation beschreibt, wie Websites technisch sinnvoll aufgebaut werden, damit Inhalte effizient gecrawlt und verständlich eingeordnet werden können.


Sie liefert aber keinen Beleg dafür, dass eine Seite aufgrund eines Bindestrichs häufiger in AI Overviews oder AI Mode als Quelle verwendet wird.


Auch eine direkte Rankingwirkung von Keywords in URLs für KI Antworten ist nicht nachgewiesen.


Trotzdem gehört eine klare URL Struktur aus meiner Sicht zu den technischen Grundlagen einer gut gepflegten Website.


Denn auch im Zeitalter der KI Suche müssen Informationen zugänglich, eindeutig zuordenbar und technisch sauber bereitgestellt werden.


GEO ersetzt deshalb nicht die technischen Grundlagen von SEO. Es baut in vielen Bereichen darauf auf.



Fazit: Verständliche Websiteadressen statt vermeintlicher SEO Tricks


Die Aktualisierung der Google Dokumentation vom 23. Oktober 2026 ist eine gute Gelegenheit, einige verbreitete SEO Empfehlungen nochmals einzuordnen.


Google empfiehlt verständliche URLs mit klaren Wortgrenzen, möglichst wenigen unnötigen Parametern und einer logischen Struktur.


Bindestriche werden ausdrücklich gegenüber Unterstrichen bevorzugt.


Umlaute sind erlaubt, müssen technisch aber korrekt verarbeitet werden.


Und Keywords innerhalb einer URL sind vor allem dann sinnvoll, wenn sie den Inhalt verständlich beschreiben.


Die wichtigste Erkenntnis: Eine gute URL hilft Menschen und Suchmaschinen bei der Orientierung. Sie ist aber kein Ersatz für gute Inhalte und keine Garantie für bessere Rankings.


Für SEO und GEO bedeutet das: Technische Grundlagen sauber umsetzen, ohne kleine Einzelmaßnahmen zu überschätzen.





Häufige Fragen zur URL Optimierung


Warum empfiehlt Google Bindestriche statt Unterstrichen?


Weil Bindestriche eindeutige Wortgrenzen signalisieren. Unterstriche werden historisch häufig verwendet, um mehrere Wörter zu einem zusammengehörigen Bezeichner zu verbinden.


Sind Umlaute in URLs erlaubt?


Ja. Google unterstützt Umlaute und andere Zeichen außerhalb des ASCII Zeichensatzes. Bei technischen Verlinkungen müssen diese korrekt codiert werden. Die Schreibweisen ae, oe und ue sind eine praktische Alternative.


Soll ich Keywords in meinen URLs verwenden?


Ja, wenn sie den tatsächlichen Inhalt der Seite verständlich beschreiben. Google betont allerdings, dass Keywords im URL Pfad allein kaum Rankingwirkung haben.


Sind Großbuchstaben in URLs problematisch?


Nicht grundsätzlich. Sie können allerdings dazu führen, dass unterschiedliche Varianten derselben Adresse entstehen. Deshalb empfiehlt sich eine konsequente einheitliche Schreibweise.


Sind URL Parameter schlecht für SEO?


Nicht generell. Problematisch sind vor allem unnötige oder sehr umfangreiche Parameterkombinationen, die viele ähnliche URLs erzeugen und das Crawling erschweren können.


Soll ich bestehende URLs mit Unterstrichen oder Umlauten ändern?


Nicht automatisch. Änderungen sollten nur nach einer technischen Bewertung erfolgen. Wenn URLs verändert werden, sind korrekte dauerhafte Weiterleitungen wichtig.


Helfen Bindestriche auch bei GEO?


Eine saubere URL Struktur ist eine sinnvolle technische Grundlage. Ein direkter positiver Effekt von Bindestrichen auf die Häufigkeit von Zitierungen in KI Antworten ist derzeit jedoch nicht nachgewiesen.





Offizielle Quellen



Google Search Central: SEO Starter Guide



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