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Google AI Mode setzt auf Google Maps: Mehr als jedes zweite Zitat ist ein Ortseintrag

vor 1 Tag
6 Min. Lesezeit

Im September 2026 ist im Google AI Mode mehr als jedes zweite Zitat ein Ortseintrag aus Google Maps, im August war es jedes elfte. Bei Hotelfragen sind es über 80 Prozent, bei Fragen nach Ausflügen, Wanderungen oder Seen jedes dritte Zitat. Für Betriebe, Ausflugsziele und Destinationen ist der Google-Eintrag im AI Mode damit die erste Visitenkarte.

Eigentlich wollte ich die Messung beenden

Seit April messe ich jeden Tag, welche Quellen KI-Systeme zitieren, wenn Gäste nach einem Urlaub in Österreich fragen. 154 Gästefragen an die großen KI-Systeme, über eine Million Zitate in fünf Monaten. Daraus ist meine Studie „KI-Sichtbarkeit im Österreich-Tourismus 2026“ entstanden.

Danach wollte ich die Messung beenden und nächstes Jahr eine Vergleichsmessung machen. Die Fragen im Monitoring hätte ich löschen sollen. Ich habe es vergessen. Als ich mir am 1. Oktober die Septemberzahlen geholt habe, war klar: Gut so. Denn im Google AI Mode hat sich etwas verschoben, das jeden Betrieb und jede Destination betrifft.

Was die Septemberzahlen zeigen

Mehr als jedes zweite Zitat kommt aus Google Maps

Ein Ortseintrag ist das, was Google in Google Maps zu einem Betrieb oder Ort zeigt: Name, Sterne, Rezensionen, Öffnungszeiten, Fotos, Beschreibung. Bei Betrieben stammt er aus dem Google-Unternehmensprofil. Im AI Mode erscheinen diese Einträge als Quellen neben Websites.

Anteil der Google-Ortseinträge an allen Zitaten im Google AI Mode, April bis September 2026: 19,3, 23,2, 27,9, 16,2, 8,8 und 54,5 Prozent. GEO-Monitor Österreich, Manuela Machner (KiNET.ai).

Bis August hat Google die eigenen Einträge im AI Mode Schritt für Schritt zurückgenommen, von 27,9 Prozent im Juni auf 8,8 Prozent im August. Meine Studie beschreibt genau diesen Stand. Im September dreht sich das Bild: 54,5 Prozent. Der AI Mode zitiert dreimal so viele Ortseinträge wie im August, über 16.600 in einem Monat. Der große Sprung kommt in der Woche ab 7. September.

Hotels: über 80 Prozent

Bei den 45 Hotel- und Unterkunftsfragen, etwa nach Familienhotels mit Kinderbetreuung oder Wellnesshotels am See, war im August jedes siebte Zitat im AI Mode ein Ortseintrag. Im September sind es 82 Prozent.

Ausflugsziele: Wasserfälle, Klammen, Thermen

Es betrifft nicht nur Hotels. Bei den übrigen Fragen, nach Ausflügen, Wanderungen, Seen, Kulinarik oder Kultur, war im August jedes fünfzehnte Zitat ein Ortseintrag. Im September ist es jedes dritte. Auch hier kommt der Sprung ab 7. September: Seither sind es rund 215 Ortseinträge pro Tag, im August waren es rund 95.

Dahinter stehen im September rund 1.400 verschiedene Orte: Kletterparks, Thermen, Nationalparks, Aussichtstürme, Schaukäsereien, Restaurants. Wasserfälle und Klammen allein tauchen mit über 60 verschiedenen Einträgen auf, im August waren es 35. Darunter die Krimmler Wasserfälle, der Gollinger Wasserfall, die Myrafälle und die Ysperklamm.

AI Mode und AI Overviews ticken nicht gleich

Die AI Overviews sind das kompakte KI-Feld über den normalen Google-Ergebnissen, mit der größten Reichweite. Sie gehen einen anderen Weg als der AI Mode.

Anteil der Google-Ortseinträge im Google AI Mode und in den AI Overviews, Wochenwerte August und September 2026, getrennt nach Hotel- und Unterkunftsfragen und allen übrigen Fragen. GEO-Monitor Österreich, Manuela Machner (KiNET.ai).

Anteil Google-Ortseinträge

AI Mode Aug

AI Mode Sep

AI Overviews Aug

AI Overviews Sep

Hotel- und Unterkunftsfragen

15 %

82 %

3 %

27 %

alle übrigen Fragen

7 %

33 %

3 %

4 %


Bei Hotelfragen ziehen die AI Overviews nach, und zwar Woche für Woche: 9 Prozent in der ersten Septemberwoche, dann 18, 21 und 34 Prozent. Bei Ausflügen, Wanderungen oder Seen tut sich in den AI Overviews dagegen nichts. Der AI Mode setzt also überall auf Ortseinträge, die AI Overviews bisher nur bei Hotels.

Was das für jede Ebene heißt

Betriebe: Hotels, Pensionen, Campingplätze

Das Google-Unternehmensprofil ist im AI Mode die erste Visitenkarte. Vollständig halten, was der Betrieb selbst steuern kann: Kategorie, Ausstattungsmerkmale, aktuelle Fotos, den Website-Link. Die Beschreibung schreibt bei Hotels Google selbst, die Ausstattungsmerkmale pflegt der Betrieb.

Bei Hotels zeigen die Daten außerdem:

  • Bewertungen sind eine Schwelle. Die meistzitierten Hotels liegen im Schnitt bei 4,6 Google-Sternen, nur 3 Prozent liegen unter 4,0. Fragen nach „gut bewerteten“ Hotels bekommen aber keine besser bewerteten Häuser als andere Fragen. Darüber entscheidet die Passung zur Frage.

  • Die Sterne kommen von Google. Nennt der AI Mode Sterne, sind es die Google-Sterne.

  • Google-Beiträge ohne Effekt. Inhalte aus Google-Beiträgen (Neuigkeiten, Events) habe ich in meiner Stichprobe in keiner Antwort gefunden.

  • Die eigene Website bleibt in der Antwort. In zwei von drei AI-Mode-Antworten auf Hotel- und Unterkunftsfragen ist eine Betriebswebsite im Text verlinkt, teils genau der Link aus dem Google-Profil. Ein gekennzeichneter Website-Link (UTM) macht diesen Verkehr messbar.


Ausflugsziele, Thermen, Gastronomie

Thermen, Kletterparks, Bergbahnen, Schaukäsereien und Restaurants kommen jetzt öfter über ihren Google-Eintrag in die Antwort. Prüfen: Stimmen Öffnungs- und Saisonzeiten? Gibt es aktuelle Fotos und eine Beschreibung? Ist die richtige Kategorie gesetzt? Führt der Website-Link auf die passende Seite?

Bei frei zugänglichen Naturzielen wie Wasserfällen oder Aussichtspunkten gibt es nicht immer einen Betreiber, der den Eintrag pflegt. Über Google Maps lassen sich Änderungen vorschlagen und Fotos ergänzen.

Destinationen: Ort, Region, Land

Für Destinationen ist das eine neue Aufgabe. Ein Vorschlag für den Anfang: die 20 wichtigsten Betriebe und Ausflugsziele der Region auflisten und für jeden prüfen, ob es einen Google-Eintrag gibt, wer ihn betreut und ob Öffnungszeiten, Fotos und Website-Link stimmen. Betriebe brauchen dabei Unterstützung, etwa in Schulungen. Die eigenen Sammel- und Themenseiten bleiben trotzdem wichtig: ChatGPT, Copilot, Perplexity und Claude zitieren weiter vor allem Websites. Wie daraus ein Plan für die ganze Website wird, zeigt das GEO-Leitsystem™.

Selbsttest in fünf Minuten

Stell zwei Fragen, die deine Gäste stellen, mit deinem Ort: etwa „Ausflugsziele bei Regen in [Region]“ und „Familienhotel in [Ort]“. Einmal in der normalen Google-Suche, einmal im AI Mode. Schau, welche Google-Einträge erscheinen, ob deiner dabei ist und ob die Angaben stimmen. Versuch es auch im Incognito-Mode, wenn Google nicht sein Wissen über dich in die Frage integriert. Wer es genauer wissen will: Eine GEO-Analyse zeigt, über welche Wege dein Betrieb oder deine Region in die Antworten kommt.

Momentaufnahme

Das ist eine Momentaufnahme. Eine Ankündigung von Google für Österreich habe ich dazu nicht gefunden. Es kann sich jederzeit wieder ändern. Die Richtung ist trotzdem deutlich: Im AI Mode hat Google das Gewicht auf die eigenen Einträge verlagert, bei Hotels wie bei Ausflugszielen. Ich lasse die Messung jetzt weiterlaufen. Der Oktober zeigt, ob das bleibt und ob die AI Overviews weiter nachziehen.

Alle Monate findest du im GEO-Monitor Österreich, die fünf wichtigsten Befunde der Studie im Beitrag „KI-Sichtbarkeit im Tourismus: 5 Erkenntnisse aus 1.140.482 Zitaten“.

Häufige Fragen zum Google AI Mode und zu Ortseinträgen

Was ist ein Google-Ortseintrag?

Ein Ortseintrag ist der Eintrag eines Betriebs oder Orts in Google Maps, mit Name, Sternen, Rezensionen, Öffnungszeiten, Fotos und Beschreibung. Bei Betrieben stammt er aus dem Google-Unternehmensprofil. Der Google AI Mode zitiert diese Einträge als Quelle, so wie eine Website.

Warum zeigt der Google AI Mode seit September so viele Ortseinträge?

Eine Ankündigung von Google für Österreich habe ich dazu nicht gefunden. Die Daten des GEO-Monitors zeigen einen Sprung ab 7. September, bei Hotelfragen genauso wie bei Fragen nach Ausflügen, Wanderungen oder Seen. Ob der Zustand bleibt, ist offen.

Zeigen die Google AI Overviews dasselbe?

Nein, bisher nicht. Bei Hotelfragen steigt der Anteil der Ortseinträge in den AI Overviews von 3 Prozent im August auf 34 Prozent in der letzten Septemberwoche. Bei allen anderen Fragen bleibt er bei rund 4 Prozent.

Brauche ich als Betrieb dann noch eine eigene Website?

Ja. ChatGPT, Copilot, Perplexity und Claude zitieren weiter vor allem Websites. Auch im AI Mode verlinken zwei von drei Antworten auf Hotel- und Unterkunftsfragen eine Betriebswebsite im Text. Das Google-Profil kommt dazu, es ersetzt die Website nicht.

Was kann ich sofort tun?

Das eigene Google-Unternehmensprofil prüfen: Kategorie, Ausstattungsmerkmale oder Angebote, Öffnungs- und Saisonzeiten, aktuelle Fotos, Website-Link. Dann die eigenen Gästefragen im AI Mode stellen und schauen, ob der Eintrag erscheint und die Angaben stimmen.

Datenbasis

GEO-Monitor Österreich: Seit April 2026 werden jeden Tag dieselben 154 Gästefragen an fünf KI-Systeme gestellt, seit August an sechs, im Markt Österreich. Rohdaten erhebt das Werkzeug Otterly.ai, Aufbereitung und Auswertung stammen von Manuela Machner (KiNET.ai). Gezählt wird das Zitat, also ein Quellenverweis in einer KI-Antwort an einem Tag. Hotel- und Unterkunftsfragen sind die 45 Fragen aus der Studie, übrige Fragen alle anderen. Seit Ende August weist der AI Mode insgesamt weniger Quellen aus, die Anteile beziehen sich deshalb auf eine kleinere Basis. Die Ortseinträge der übrigen Fragen sind die Einträge, die nicht in den Antworten auf Hotelfragen vorkommen. Die Erhebung ist wiederholbar, nicht repräsentativ. Den KI-Modus gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit Oktober 2025 (Google-Ankündigung).

Über die Autorin: Manuela Machner (KiNET.ai) ist Touristikerin und KI-Beraterin für den Tourismus. Vor der Gründung von KiNET.ai war sie neuneinhalb Jahre Geschäftsführerin der Tourismusdestination Murtal/Region Spielberg. Mit KiNET.ai begleitet sie Tourismusbetriebe, Destinationen und Verbände beim praxisnahen Einsatz von KI, von Schulungen und Workshops über KI-Strategie bis zur Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen. Mehr über Manuela Machner

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