Bauen statt chatten: 7 KI-Lösungen aus der Praxis, ganz ohne Programmieren
Wer KI nur zum Fragen und Texten nutzt, lässt den größten Teil liegen. In meinen Workshops sitzen Menschen aus Verwaltung, Tourismus und Seilbahnbetrieben, die nie programmiert haben. Trotzdem bauen sie in wenigen Stunden Dashboards, Webanwendungen und Schnittstellen, die ihren Arbeitsalltag spürbar erleichtern. In Folge 132 unseres Podcasts Mind/Machine erzählen Eliot Mannoia und ich von sieben dieser Lösungen.
Zur ganzen Folge mit Transkript und Checkliste: mind-machine.at/episoden/folge-132

Warum KI mehr ist als ein erweitertes Google
Für viele ist ChatGPT noch immer eine bessere Suchmaschine: Man stellt eine Frage, bekommt eine Antwort oder lässt sich einen Social-Media-Post schreiben. Die Systeme können längst mehr. Claude und ChatGPT bauen auf Zuruf kleine Werkzeuge, die sofort einsetzbar sind. Entscheidend ist nicht technisches Wissen, sondern ein klar beschriebenes Problem.
Sensible Daten: das Offline-Dashboard mit Dummy-Daten
Der häufigste Satz in Unternehmen lautet: Die KI kann so viel, aber wir dürfen nicht. Ein Teilnehmer aus einem Workshop von Eliot Mannoia für eine Regierungsstelle hat dafür einen klugen Weg gefunden. Sein monatlicher Bericht mit Krankenständen, Homeoffice- und Urlaubstagen ist immer gleich aufgebaut. Er hat die Struktur mit erfundenen Daten gefüllt, mit Claude ein interaktives Dashboard gebaut und es als HTML-Datei gespeichert. Das Werkzeug läuft offline am Rechner und wird erst dort mit den echten Daten befüllt. Die KI hat er nur zum Bauen verwendet, nicht zum Auswerten.
Excel-Formeln aus einem Screenshot
Eine Mitarbeiterin rechnete in Excel noch viel von Hand, mit personenbezogenen Daten. Wir haben nur einen Screenshot der Spaltenüberschriften und Tabellenblätter gemacht und beschrieben, welche Formeln, Pivots und Auswertungen sie braucht. Die KI lieferte alles, sie hat es in ihre bestehende Datei übernommen. Noch einfacher: eine Kopie der Datei ohne Daten hochladen.
Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Sag der KI immer, welche Excel-Version du nutzt und in welcher Sprache. Deutsche und englische Formeln heißen unterschiedlich. Ich habe einmal drei Stunden nach einem Fehler gesucht, bis klar war, dass genau das die Ursache war.
Kassensystem trifft Lagersystem
In einem zweitägigen Workshop mit Betriebsleitern aus Seilbahnen hat eine Shop-Mitarbeiterin zwei Systeme verbunden, die bisher nicht miteinander geredet haben. Die Verkaufsdaten aus der Kasse werden exportiert, geprüft, umstrukturiert und automatisch ins Lagersystem übernommen. Die Freigabe bleibt bei ihr. Für solche Schnittstellen braucht es sonst oft externe Firmen und Wochen.
Kabelverleih per QR-Code in drei Stunden
Ein Betriebsleiter hatte für ausgeborgte Kabel nur Zetteln. Jetzt scannt man einen QR-Code, gibt die ersten drei Ziffern der Kabelnummer ein und bestätigt die Entnahme. Nach zwei Wochen zeigt ein Ampelsystem offene Rückgaben, beschädigte Kabel werden für die nächste Ausleihe gesperrt. Gebaut in höchstens drei Stunden. Die größte Hürde war die Datenbank im Hintergrund, damit alle das Tool am Handy nutzen können.
Schulungsplan, Dienstplan und ein Dashboard für den Datenschutz
Eine HR-Abteilung plant Weiterbildungen pro Abteilung statt pro Person. Die KI hat sinnvolle Ausbildungen vorgeschlagen, österreichische Anbieter recherchiert und alles in ein Dashboard mit Terminen, Kosten und Budgetkalkulation gebracht. Ein anderer Teilnehmer hat einen Dienstplan für Saisonkräfte mit anonymisierten Angaben erstellt. Und der Datenschutzbeauftragte des Unternehmens hat im Kurs ein Dashboard gebaut, das für jede geplante Lösung die Risikostufe zeigt.
Chrome-Erweiterung oder interner Browser?
Die Chrome-Erweiterung von Claude oder ChatGPT arbeitet nur in den Tabs, die du freigibst, und zwar am eigenen Rechner. Ein interner Browser der KI gleicht dagegen einer Fernwartung: Ich habe einmal gesehen, dass ich mich auf einem Apple-Rechner in den USA einlogge. Wer sich dort nicht bewusst wieder ausloggt, lässt den Zugang offen. Und ganz wichtig: Wo die KI im Browser aktiv ist, liest sie mit. Für Bankgeschäfte bleibt sie aus.
So fängst du an eigene Lösungen zu bauen
Du musst nicht programmieren können. Du musst dein Problem schildern können. Beginne mit einem Satz wie: Ich hätte das da, wie könntest du mir helfen? Im Gespräch mit der KI kommst du Schritt für Schritt näher, schaust dir die Vorschau an und sagst, was anders sein soll. Du brauchst dafür ein bezahltes Abo, und auch dort kann man an Nutzungslimits stoßen. In meinem Kurs haben das am Ende alle geschafft.
Die Checkliste mit sechs Schritten zur ersten eigenen KI-Lösung gibt es kostenlos auf der Folgenseite.
Häufig gestellte Fragen
Kann man mit KI eigene Tools bauen, ohne programmieren zu können?
Ja. Keiner der Teilnehmer in den beschriebenen Workshops war Programmierer. Entscheidend ist, das eigene Problem klar zu beschreiben und die Lösung im Gespräch mit Claude oder ChatGPT zu verfeinern. Nötig ist ein bezahltes KI-Abo.
Wie nutze ich KI, wenn ich mit sensiblen Daten arbeite?
Die Struktur mit Dummy-Daten oder einer leeren Vorlage nachbauen, das Werkzeug mit der KI erstellen, lokal als HTML-Datei speichern und erst dort mit echten Daten arbeiten. IT und Datenschutz vorher einbinden.
Worauf muss ich bei Excel-Formeln von der KI achten?
Excel-Version und Sprache angeben. Deutsche und englische Excel-Formeln heißen unterschiedlich, ohne diese Angabe funktionieren die Formeln oft nicht.
Ist die Chrome-Erweiterung der KI sicher?
Sie arbeitet nur in freigegebenen Tabs am eigenen Rechner, liest dort aber mit. Für Bankdaten und Vertrauliches sollte sie nicht aktiv sein. Vor der Installation mit der IT sprechen.
Wo höre ich die ganze Folge?
Folge 132 von Mind/Machine mit Transkript, FAQ und Checkliste gibt es auf mind-machine.at/episoden/folge-132.






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