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Homepage mit KI erstellen: ChatGPT Sites im Praxistest

Aktualisiert: vor 1 Tag

Mit ChatGPT Sites baust du aus einem Prompt eine fertige, gehostete Website, ohne Server, ohne Hosting-Vertrag und ohne Code. Du beschreibst im Chat, was die Seite können soll, ChatGPT liefert eine Vorschau, du verfeinerst sie und veröffentlichst. Seit Kurzem geht das auch in Österreich. Für Tourismusbetriebe ist die eigentliche Frage aber nicht, ob es funktioniert, sondern wofür es sich lohnt.


Übrigens habe ich schon mit einem anderen KI-Agentic Programm mit Manus.im eine Aprilscherzwebsite und auch die Website www.mind-machine.at (unser Podcast) erstellt. Daher war es spannend wie "gut" es hier lieft.


ChatGPT erstellt eine Website auf einem Desktop-Monitor; sichtbar: Prompt, Veröffentlichen, Startseite - von KI-Expertin Manuela Machner
Homepages mit KI erstellen

Was ChatGPT Sites eigentlich ist

Sites ist eine Funktion innerhalb von ChatGPT, mit der aus einer Beschreibung oder einem bestehenden Projekt direkt eine Website oder eine kleine Web-App entsteht. Kein separates Deployment, kein Server-Setup, kein Hosting-Vertrag. Du sagst im Gespräch, für wen die Seite ist, welche Inhalte drauf sollen und was sie können muss. ChatGPT baut daraus eine Vorschau, die du Schritt für Schritt anpasst, bevor sie live geht.

Die Funktion steckt aktuell in einer offenen Beta. Das heißt konkret: Sie funktioniert, wird aber laufend verändert, und es gelten je nach Plan Nutzungslimits, etwa für die Anzahl der Seiten oder den Speicher.


Wofür Sites gedacht ist - Homepage mit KI erstellen?

Der Kern ist einfach: aus einer Idee schnell eine echte, gehostete Seite machen, ohne eigene Infrastruktur. Die Seite ist persistent und erreichbar, nicht nur ein Chat-Ergebnis, das du wieder verlierst. Du kannst sie jederzeit öffnen, bearbeiten, teilen und mit echten Daten ausstatten.


Die typischen Einsatzzwecke, die OpenAI selbst nennt, sind breit gefächert: informative Websites und Landingpages, interne Tools und Dashboards fürs Team, etwa ein Anfragen-Tracker, bei dem Mitarbeiter Anfragen einreichen und den Status aktualisieren, Portale mit Login und persönlichen Daten, Prototypen zum Testen, kleine Spiele mit Highscores sowie Berichte oder Kalenderansichten. Der gemeinsame Nenner: schnelle, oft interne oder kleinere öffentliche Projekte. Es ist kein Ersatz für komplexe, individuell programmierte Unternehmenssoftware.


Für den Tourismus heißt das konkret: ein thematischer Auftritt rund um ein Angebot, eine Aktionsseite, ein internes Tool fürs Team. Alles, was klar abgegrenzt ist und schnell live gehen soll, mit eigener Domain, wenn du willst.


Selbst getestet: ein Prompt eine Website

Ein Prompt, naja eigentlich habe ich nur geschrieben: erstelle eine Site zum Thema "KI & Tourismus" (also lt. meiner Kurse kein echter Prompt ;-), Bild und Logo dazu und eine fertige Seite. Solide und einfach gebaut, Standard halt.


Dann wollte ich ein besseres Design und ChatGPT hat mir das Plugin figma vorgeschlagen. Gut dann habe ich mich damit verbunden und hier wurde ein Vorschlag von ChatGPT "erarbeitet" - doch diesen hat er nicht direkt übernommen! Das hat mich am meisten überrascht, sondern er hat es "nachgebaut". Bin mir nicht so ganz sicher ob das im Interesse von Figma ist?! Mir egal, jedenfalls hat die KI es umgesetzt. Code spezifische Eingaben von mir, zB noindex (damit Google meine Testseite nicht findet) haben auch funktioniert.


Und so sieht die KI-Seite von ChatGPT aus.


Der Vergleich zu Manus.im

Ich habe mich nun nicht so hineingefuchst, wie bei unserer Podcast-Website www.mind-machine.at aber was ich spannend finde, ich habe hier viel weniger Einblicke in die Tasks, in die einzelnen Schritte in den Code. Natürlich kann ich es dann auslesen. Aber mir persönlich gibt die Vorgehensweise von Manus.im viel mehr Vertrauen. Hier sehe ich seine ToDo-Liste über die ganze Zeit, alle Element und alles was aus meiner Sicht eine Rolle spielt.


Neu: Verfügbar in Österreich

Bis vor Kurzem war Sites im EWR, in der Schweiz und in Großbritannien gesperrt. Das hat sich geändert. Stand Juli 2026 ist die Funktion auch bei uns freigeschaltet, für Plus, Pro und Workspace-Pläne. Auf den kostenlosen Plänen Free und Go gibt es sie nicht.

Damit ist das kein Blick über den Zaun mehr, sondern etwas, das du selbst ausprobieren kannst, sofern du ein bezahltes ChatGPT-Abo hast.


So läuft die Erstellung ab

Der Weg von der Idee zur Seite hat vier Schritte. Erstens beschreibst du Zielgruppe, Zweck, Inhalte und Funktionen. Je konkreter, desto brauchbarer das Ergebnis. Ein Satz wie "Bau mir eine Landingpage für mein Wanderhotel mit Zimmerübersicht, Anfrageformular und Anfahrt" reicht als Start. Zweitens prüfst du die Vorschau, die ChatGPT erzeugt, und siehst, wie mit den Daten umgegangen wird. Drittens verfeinerst du über konkrete Änderungswünsche im Gespräch, so oft du willst, bis es passt. Viertens veröffentlichst und teilst du die Seite über das Sites-Dashboard.


Das Veröffentlichen läuft dabei zweistufig. Zuerst wird eine Version gespeichert, die du prüfen kannst. Erst danach wird sie live deployed. Jede veröffentlichte Adresse ist eine echte Produktions-URL.


Eigene Domain verbinden

Das ist für die meisten der wichtigste Punkt. Deine Seite bekommt zwar automatisch eine Adresse nach dem Muster deinname.chatgpt.site, aber du kannst eine eigene Domain anhängen, entweder die Hauptdomain oder eine Subdomain.


Der Ablauf: In den Site-Einstellungen wählst du "Domain hinzufügen" und gibst die gewünschte Domain ein. Danach hinterlegst du die von Sites bereitgestellten DNS-Einträge bei deinem Domain-Anbieter. Zum Schluss wartest du kurz und aktualisierst den Domain-Status in den Einstellungen.


Wichtig: ChatGPT registriert keine Domains. Du brauchst also eine Domain, deren DNS-Einträge du selbst verwalten kannst. In Enterprise-Workspaces ist die Domain-Anbindung zum Start noch nicht verfügbar.


Was unter der Haube steckt

Wer mehr will als eine statische Seite, hat Optionen. Für strukturierte Daten wie Formulareinträge gibt es eine relationale Datenbank (D1), für Uploads wie Bilder oder Dokumente einen Objektspeicher (R2). Öffentliche Seiten können optional "Sign in with ChatGPT" einbauen, etwa für personalisierte Inhalte. In den Site-Einstellungen findest du außerdem Bereiche für Umgebungsvariablen, Geheimnisse wie API-Keys und eine Gefahrenzone zum endgültigen Löschen der Seite.


Für veröffentlichte Seiten gibt es eingebaute Analysen: eindeutige Besucher, Seitenaufrufe und den Verlauf über die Zeit, ganz ohne zusätzliches Tracking-Skript.


Wer die Seite sehen darf

Neue Seiten sind zuerst nur für dich und Workspace-Admins sichtbar. Über die Freigabe erweiterst du den Zugriff in vier Stufen: nur du, ausgewählte Personen oder Gruppen, der gesamte Workspace oder jeder im Internet. In Enterprise-Workspaces ist die öffentliche Freigabe standardmäßig gesperrt und muss erst von einem Admin erlaubt werden.


Grenzen, Datenschutz und Verantwortung

Hier lohnt der nüchterne Blick. Wer eine Seite veröffentlicht, ist selbst dafür verantwortlich, dass keine vertraulichen Daten, keine Geheimnisse und keine fremden Inhalte ohne Rechte drauf sind. Bei Formularen oder Login-Funktionen musst du datenschutzkonform mit den Besucherdaten umgehen. Das ist kein Detail, sondern bei einer österreichischen Tourismusseite mit Anfrageformular direkt ein DSGVO-Thema.


Laut Nutzungsbedingungen darf Sites nicht für Gesundheits- oder Zahlungsdaten, Finanztransaktionen, Phishing oder Identitätsvortäuschung genutzt werden.


Ein echter Online-Shop mit Kreditkartenzahlung fällt damit raus. OpenAI kann Seiten bei Regelverstößen entfernen, und eine gelöschte Seite ist endgültig weg.


Zur Trainingsnutzung: Bei Business, Enterprise und Edu werden deine Gespräche und Seiteninhalte standardmäßig nicht fürs Training verwendet. Bei Plus und Pro hängt das von deiner Einstellung "Modell für alle verbessern" ab.


Und was heißt das für dein Tourismusmarketing?


Jetzt der Teil, den die meisten Anleitungen weglassen. Eine Seite in fünf Minuten zu bauen, ist kein Erfolg. Gefunden zu werden, ist einer.


83 Prozent der Reisenden nutzen KI-Werkzeuge wie ChatGPT für die Reiseplanung oder haben Interesse daran (TravelBoom 2026 Leisure Travel Study). In Deutschland sind Zero-Click-Suchen, bei denen die Antwort direkt in der Suche steht, von 56 auf 69 Prozent gestiegen (SISTRIX AI Insights, Mai 2025).


Für dich als Betrieb zählt also nicht nur, dass du eine Website hast, sondern ob KI-Systeme sie lesen und in ihren Antworten zitieren.


Genau deshalb ist der Faktor die Homepage mit KI erstellen kein Wundermittel. Das Tool baut dir die Seite. Es macht dich nicht automatisch in KI-Antworten sichtbar. Wenn du eine eigene Domain anhängst, saubere Inhalte, klare Struktur und die richtigen Angaben zu deinem Betrieb lieferst, hast du eine Basis. Ohne diese Grundlagen hast du eine hübsche Seite, die keiner findet.


Mein Rat für Tourismusbetriebe: Nutz Sites, wenn überhaupt, nur für schnelle, klar abgegrenzte Dinge. Eine Landingpage für ein Package, eine Aktionsseite für eine Veranstaltung, ein Prototyp, um eine Idee zu zeigen.


Für deine zentrale Vermieterwerbsi mit Buchungsstrecke, Datenschutz und langfristiger Auffindbarkeit ist eine Beta-Funktion die falsche Wahl. Da zählt Stabilität, und da zählt GEO.


Häufige Fragen


Kann ich mit ChatGPT Sites eine Homepage mit KI erstellen ohne Programmierkenntnisse?

Ja. Du beschreibst die Seite in normaler Sprache im Chat, ChatGPT baut sie und du passt sie über weitere Anweisungen an. Programmieren musst du nicht. Was du brauchst, ist eine klare Vorstellung davon, für wen die Seite ist und was sie leisten soll. Aber Achtung, ohne irgendein Wissen läufst du Gefahr sämtliche Sicherheitsrisiken etc. nicht einschätzen zu können.


Was kostet eine Homepage mit ChatGPT Sites?

Sites selbst ist Teil deines bezahlten ChatGPT-Abos (Plus, Pro oder Workspace). Es fällt kein extra Hosting-Preis an, weil die Seite bei OpenAI läuft. In der Beta gelten aber Nutzungslimits je nach Plan. Auf den kostenlosen Plänen Free und Go gibt es die Funktion nicht.


Ist ChatGPT Sites in Österreich verfügbar?

Ja, seit Kurzem. Nach der anfänglichen Sperre im EWR ist die Funktion Stand Juli 2026 auch in Österreich, der Schweiz und Großbritannien freigeschaltet, für Plus, Pro und Workspace-Pläne.


Kann ich meine eigene Domain mit ChatGPT Sites verbinden?

Ja. In den Site-Einstellungen wählst du "Domain hinzufügen", gibst deine Domain ein und hinterlegst die von Sites bereitgestellten DNS-Einträge bei deinem Domain-Anbieter. Voraussetzung ist, dass du die Domain bereits besitzt und ihre DNS-Einträge selbst verwalten kannst. ChatGPT registriert keine neuen Domains.


Wie lange dauert es, eine Website mit KI zu erstellen?

Eine erste, ansehbare Version entsteht in wenigen Minuten. Realistisch verbringst du danach die meiste Zeit mit dem Verfeinern der Inhalte und der Struktur. Eine einfache Landingpage ist an einem Nachmittag fertig. Eine durchdachte, gut auffindbare Seite braucht so oder so mehr, egal mit welchem Tool.


Kann ich mit ChatGPT Sites einen Online-Shop bauen?

 Für einen echten Shop mit Kreditkartenzahlung ist Sites nicht gedacht. Technisch sind Web-Apps mit Datenbank möglich, aber die Nutzungsbedingungen verbieten Zahlungsdaten und Finanztransaktionen. Für eine Produktübersicht mit Anfrageformular oder Weiterleitung zu einem Buchungssystem funktioniert es.



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