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KI-Musik kommerziell nutzen: Was Suno, Google Lyria 3 und Co. wirklich erlauben



Suno, Google Lyria 3, Udio – KI-Musiktools versprechen lizenzfreie Tracks auf Knopfdruck. Die Frage ist nicht, ob man die Tools nutzen darf. Die Frage ist: Darf man die erzeugten Tracks auch kommerziell verwenden? Und die Antwort ist: Es kommt auf den Tarif und das Tool an.


Warum das Nutzungsrecht entscheidend ist – nicht nur das Urheberrecht um KI-Musik kommerziell zu nutzen

In Teil 1 dieser Serie (KI-Musik und AKM: Was gilt in Österreich beim Urheberrecht?) geht es darum, dass reine KI-Musik in Österreich grundsätzlich nicht urheberrechtlich geschützt ist und damit keine AKM-Gebühren anfallen. Das ist der eine Teil der Geschichte.

Der andere Teil: Auch wenn die AKM aus dem Spiel ist, haben die Plattformen eigene Nutzungsbedingungen. Wer diese nicht liest, riskiert Vertragsverletzungen unabhängig vom Urheberrecht. Das ist besonders relevant bei kommerziellem Einsatz: in Werbung, monetarisierten Videos, bei Events oder in Kundenpräsentationen.


Suno: Klare Grenzen zwischen Free und bezahlt


Free-Plan: Nicht für den kommerziellen Einsatz

Der kostenlose Suno-Plan erlaubt ausschließlich persönliche, nicht-kommerzielle Nutzung. Das steht ausdrücklich in den Nutzungsbedingungen: Tracks dürfen nicht monetarisiert werden, nicht in bezahlter Werbung erscheinen, nicht auf kommerziellen Produkten landen. Wer keinen Beleg über ein aktives Abonnement hat, darf Suno-Tracks nicht geschäftlich einsetzen.

Wichtig: Wenn man rückwirkend ein Abo abschließt, gilt das nicht für Tracks, die im Gratis-Modus erstellt wurden. Die kommerzielle Lizenz greift nur ab dem Zeitpunkt des Abonnements.


Pro/Premier-Plan: Kommerzielle Nutzung erlaubt

Mit einem bezahlten Suno-Plan erhält man kommerzielle Nutzungsrechte: Tracks dürfen auf Streaming-Plattformen hochgeladen, in Videos verwendet, für Werbezwecke eingesetzt und weiterverkauft werden. Man ist aber nicht der rechtliche Eigentümer im urheberrechtlichen Sinn. Man bekommt ein Nutzungsrecht, kein Eigentumsrecht.


Was sich nach dem Warner-Music-Deal geändert hat

Ende 2025 hat Suno einen Vergleich mit Warner Music Group geschlossen. Früher hat Suno den Nutzern explizit das Eigentum an erzeugten Tracks übertragen. Die neue Formulierung lautet: "You may be granted commercial use rights, which allow you to reproduce, sell, distribute – but you are generally not considered the owner of the songs." Für die Praxis: kommerziell nutzbar ja, als Copyright-Inhaber auftreten nein. Die Terms of Service sollte man bei jeder größeren Kampagne neu prüfen.


Google Lyria 3: Vieles unklar, Vorsicht geboten

Was Lyria 3 ist

Google hat Lyria 3 im Februar 2026 in die Gemini App integriert. Das Modell erzeugt vollständige Musiktracks inklusive Vocals, Texten und Album-Cover direkt aus Text- oder Bild-Prompts. Alle Tracks werden mit SynthID unsichtbar als KI-generiert markiert. Google trainiert das Modell ausschließlich auf Musik, für die Google und YouTube entsprechende Rechte halten.


Im Gratis-Plan: Nicht für kommerzielle Nutzung freigegeben

Lyria 3 ist für alle Gemini-Nutzer ab 18 Jahren verfügbar – ohne Bezahl-Abo. Der Haken: Die kommerziellen Nutzungsrechte für den Free-Plan sind von Google nicht explizit geklärt. Google bezeichnet die Clips zwar als "royalty-free" – aber für monetarisierte Inhalte ist das rechtlich nicht abgesichert. Stand März 2026: Für Werbung und kommerzielle Videos auf dem Free-Plan gibt es keine klare Freigabe. Dazu kommt: Der Free-Plan erzeugt nur Clips bis 30 Sekunden.


Im bezahlten Plan: Mehr Kapazität, aber keine klarere Lizenz

Auch mit einem bezahlten Gemini-Abo hat Google bislang keine explizite kommerzielle Lizenz für Lyria-3-Outputs vergeben. Google positioniert Lyria 3 bewusst als Tool für "persönlichen kreativen Ausdruck", nicht als professionelle Musikproduktion. Für interne Zwecke, persönliche Projekte und nicht-monetarisierte Inhalte ist Lyria 3 ein sinnvolles Tool. Für den kommerziellen Einsatz gilt: erst die Terms of Service prüfen, bis zur Klärung auf Tools mit eindeutigen Lizenzen setzen.


Praktische Orientierung: Was darf was?

Suno Free-Plan: Nur privat, keine Monetarisierung. Suno Pro/Premier: Kommerzielle Nutzungsrechte inklusive. Google Lyria 3 (Free): Nicht explizit für Kommerz freigegeben. Google Lyria 3 (bezahlt): Keine klare kommerzielle Lizenz, Klärung ausständig. Udio (Free): Ähnlich wie Suno, nur nicht-kommerziell. Epidemic Sound/Artlist: Klare kommerzielle Lizenzen, oft für Agenturen empfohlen. Stand März 2026.


Was Betriebe konkret beachten sollten

Für kommerziellen Einsatz in Videos, Werbung und Events: Suno Pro/Premier aktuell als klarste Option. Google Lyria 3 vorerst für interne oder private Nutzung. Screenshot der Lizenzbedingungen zum Zeitpunkt der Nutzung aufbewahren. Auch wenn keine AKM-Gebühr anfällt: Im Streitfall liegt die Beweislast beim Betrieb. Die Rechtslage entwickelt sich schnell – Terms of Service regelmäßig prüfen.


Häufig gestellte Fragen

Welche Kosten fallen bei der kommerziellen Nutzung von KI-Musik an?

Das hängt vom Tool ab. Suno Pro kostet aktuell rund 8 USD/Monat und inkludiert kommerzielle Nutzungsrechte. Google Lyria 3 ist im Basis-Gemini kostenlos, aber ohne klare kommerzielle Freigabe. Wer rechtliche Sicherheit braucht, setzt auf Tools mit expliziten kommerziellen Lizenzen.


Kann ich Suno-Tracks auf YouTube monetarisieren?

Mit einem Pro- oder Premier-Abo: ja. Mit dem Free-Plan: nein. Und selbst mit bezahltem Plan bist du nicht der urheberrechtliche Eigentümer des Tracks – du hast ein Nutzungsrecht, kein Eigentumsrecht.


Darf ich Google Lyria 3 für Werbung einsetzen?

Stand März 2026: Die kommerziellen Nutzungsrechte für Lyria-3-Outputs sind von Google nicht klar definiert. Für Werbung und monetarisierte Inhalte empfiehlt sich derzeit ein Tool mit eindeutigerer Lizenzlage.


Wo kann ich Lizenzen für die Nutzung von KI-Musik erwerben?

Direkt über die Plattformen: Suno unter suno.com, Google Lyria 3 über die Gemini App. Alternativ: Musikbibliotheken wie Epidemic Sound oder Artlist, die KI-generierte Tracks mit expliziten kommerziellen Lizenzen anbieten.


Was passiert, wenn ich KI-Musik ohne Lizenz kommerziell nutze?

Im besten Fall passiert nichts. Im schlechteren Fall riskiert man Abmahnungen oder Schadensersatzforderungen seitens der Plattform. Die rechtliche Unsicherheit im KI-Bereich macht das Risiko schwer kalkulierbar.


Quellen

Suno Terms of Service: https://suno.com/terms-of-service

Suno Copyright-Free Music Guide: https://suno.com/hub/copyright-free-music

Google DeepMind – Lyria 3: https://deepmind.google/models/lyria/

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