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Frauen und KI-Sichtbarkeit! Warum wir unsichtbar sind

In meinen KI-Workshops sind rund 80 Prozent der Teilnehmerinnen Frauen. Und ich versuche immer zu erklären, dass oft Mütter die besseren "Prompterinnen" sind, denn wenn sie ihren Kindern erklären können, wie man ein Zimmer aufräumt, können sie einer KI alles erklären. Trotzdem sind Frauen im Internet dramatisch unterrepräsentiert. Das ist kein Widerspruch. Es ist das eigentliche Problem.


Wie sich unser Verhalten auf die KI-Sichtbarkeit von Frauen auswirkt.
Wie sich unser Verhalten auf die KI-Sichtbarkeit von Frauen auswirkt.

Was KI aus dem Internet lernt – und was das mit Frauen und KI-Sichtbarkeit zu tun hat

Künstliche Intelligenz lernt aus dem, was digital verfügbar ist. Texte, Beiträge, Bewertungen, Fachartikel, Wikipedia-Einträge. Und bei all diesen Inhalten zeigt sich dasselbe Muster: Männer schreiben mehr, öfter und selbstbewusster.


Auf Wikipedia werden 80 Prozent aller Einträge von Männern verfasst. Nur 15 bis 20 Prozent der Biografien betreffen Frauen. In wissenschaftlichen Netzwerken promoten Frauen ihre eigenen Inhalte 28 Prozent seltener als Männer – das zeigt eine Auswertung von 23 Millionen Fachbeiträgen (Nature Communications). Nur 24 Prozent der in Nachrichtenmedien zitierten Quellen sind weiblich (Global Media Monitoring Project).

Was KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity daraus lernen: Expertise hat ein Geschlecht. Und das ist nicht weiblich.


80 Prozent Frauen im Raum. Null Prozent davon online sichtbar.


Das ist keine Übertreibung. Es beschreibt eine Dynamik, die ich in meiner täglichen Arbeit erlebe.


Die Frauen, die in meine Workshops kommen, sind Hotelleiterinnen, Touristikerinnen, Marketingverantwortliche, Unternehmerinnen. Sie haben jahrelange Erfahrung, praktisches Wissen und echte Expertise. Aber sie schreiben nicht darüber. Sie teilen nicht. Sie publizieren nicht.


Wenn ich frage warum, höre ich immer wieder ähnliche Antworten: Keine Zeit. Nicht wichtig genug. Andere machen das besser. Wer interessiert sich schon dafür?


Das ist das Problem. Nicht die fehlende Kompetenz.

Und die Konsequenz? Wenn KI-Systeme künftig gefragt werden, wer in einer Region Expertin für nachhaltigen Tourismus ist, wer eine Unterkunft empfehlen kann oder wer einen Workshop zu digitalem Marketing anbietet, dann kommen die Antworten aus dem, was digital dokumentiert ist. Wer dort nicht vorkommt, existiert für diese Systeme schlicht nicht.


Das LinkedIn-Experiment, das alles auf den Punkt bringt

Eine Unternehmerin postete denselben Inhalt einmal unter ihrem eigenen Namen, einmal unter einem männlichen Pseudonym. Ergebnis: Unter dem männlichen Namen erzielte der Beitrag über 30.000 Impressionen. Unter ihrem eigenen: weniger als 150.

Das ist kein Einzelfall. Es ist ein strukturelles Muster, das sich algorithmisch verstärkt. Wer seltener interagiert, seltener kommentiert und seltener geteilt wird, verliert weiter an Sichtbarkeit. KI-Systeme verstärken diesen Effekt, weil sie lernen, wem Autorität zugeschrieben wird – und das spiegelt das wider, was im Netz verfügbar ist.


Was das konkret bedeutet – für Frauen, die KI nutzen wollen

Ich berate Unternehmen und Einzelpersonen in Generative Engine Optimization, kurz GEO. Das ist die Fähigkeit, in KI-Antworten sichtbar zu werden und als Expertin oder Betrieb wahrgenommen zu werden. GEO ist kein Technikthema. Es ist ein Sichtbarkeitsthema.

Und es beginnt mit einem einfachen Schritt: Schreiben.

Nicht perfekte Artikel. Nicht tausendseitige Whitepapers. Kurze, konkrete Beiträge, die echtes Wissen sichtbar machen. Ein Erfahrungsbericht aus dem Betrieb. Eine Einschätzung zu einem Branchentrend. Ein Tipp, der wirklich funktioniert hat.

Genau das ist es, was KI-Systeme als Grundlage brauchen, um jemanden als Expertin zu erkennen und weiterzuempfehlen.


Was jetzt hilft

Wer in KI-Antworten vorkommen will, muss online nachweisbar sein. Das bedeutet:

Eigene Texte veröffentlichen, auch auf regionalen Plattformen. Fachkompetenz dokumentieren, nicht nur im persönlichen Gespräch weitergeben. Bewertungen und Erfahrungen teilen, weil auch diese in KI-Trainingsdaten einfließen. Den eigenen Namen mit konkreten Themen verknüpfen, damit KI-Systeme eine Verbindung zwischen Person und Expertise herstellen können.


Das ist keine Selbstvermarktung um der Selbstvermarktung willen. Es ist digitale Notwehr.


Heute, am Weltfrauentag: ein konkreter Schritt

Die Frauen in meinen Workshops haben das Wissen. Sie haben die Erfahrung. Was viele noch nicht haben, ist die Gewohnheit, dieses Wissen auch schriftlich sichtbar zu machen.

Das lässt sich ändern. Und zwar schneller, als die meisten glauben.


Häufige Fragen

Gibt es Online-Kurse speziell für Frauen im Bereich Künstliche Intelligenz in Österreich?

Ja. KiNET.ai bietet Workshops und Schulungen zu KI und Generative Engine Optimization an, die sich besonders an Frauen in Tourismus, KMU und Weiterbildung richten. In meinen Workshops sind rund 80 Prozent der Teilnehmerinnen Frauen – das ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer praxisnahen, nicht-technischen Vermittlung und der Tatsache, dass in den unterschiedlichen Positionen im Tourismus meist Frauen sitzen.


Wie kann ich als Frau eine KI-Weiterbildung in Österreich buchen?

Der einfachste Weg: direkt anfragen. Unter info@kinet.ai beantworte ich, welches Format – Einzelcoaching, Gruppenworkshop oder Online-Kurs – für deine Situation passt. Keine technischen Vorkenntnisse nötig.


Welche Herausforderungen begegnen Frauen beim Einstieg in die KI-Branche?

Die größte Hürde ist selten das Lernen selbst – sie liegt davor. Viele Frauen zweifeln, ob das Thema „für sie" ist, weil KI in der öffentlichen Wahrnehmung stark männlich besetzt ist. Dazu kommt: Wer wenig digitale Sichtbarkeit hat, bekommt auch weniger Bestätigung durch Algorithmen und KI-Systeme. Das erzeugt einen Kreislauf, der sich aber gezielt durchbrechen lässt.


Wie wird Geschlechterbias in KI-Algorithmen reduziert?

Kurzfristig durch bessere Trainingsdaten, mittelfristig durch mehr Frauen, die Inhalte produzieren, die in diese Daten einfließen. Jeder Fachbeitrag, jede Bewertung, jeder Kommentar von einer Frau zu einem relevanten Thema ist ein kleiner Korrekturimpuls. Strukturell braucht es mehr Frauen in der KI-Entwicklung aber auf den eigenen Einflussbereich kann jede sofort wirken.


Welche Netzwerke für Frauen in der KI gibt es in Österreich?

Women in AI Austria (www.womeninai.at) ist die bekannteste österreichische Initiative mit Fokus auf faire KI und Bias-Erkennung. Auf internationaler Ebene ist Women in AI (WAI) mit über 3.500 Mitgliedern in 60 Ländern aktiv. Beide Netzwerke sind auf LinkedIn präsent und für Einsteigerinnen zugänglich.


Welche Rolle spielen Frauen bei der Entwicklung ethischer KI?

Eine zentrale. KI-Systeme, die ohne weibliche Perspektiven entwickelt werden, reproduzieren bestehende Ungleichheiten, das ist inzwischen gut belegt. Frauen, die an KI-Projekten mitwirken, bringen andere Fragen mit, andere Risikowahrnehmungen und andere Prioritäten. Das verbessert die Ergebnisse messbar. Deshalb ist Sichtbarkeit kein Selbstzweck, sondern Qualitätsmerkmal.

 
 
 

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