November, 2025
Ein kompakter Expertengipfel des Ministeriums brachte Forschung, Regionen, Technologie und Betriebe an einen Tisch, um die zentralen Zukunftsthemen rund um KI, Daten und digitale Transformation im Tourismus zu diskutieren. Besonders wertvoll war der offene Austausch über die tatsächlichen Herausforderungen und Chancen, die Betriebe heute im Alltag erleben.
Heute hatte ich die Möglichkeit, beim Expertengipfel des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus dabei zu sein und ich muss sagen, ich habe mich wirklich darüber gefreut. Nicht nur, weil solche Veranstaltungen per se spannend sind, sondern weil dort Menschen aus sehr unterschiedlichen Bereichen zusammenkommen: Forschung, Regionen, Startups, Betriebe, Verwaltung und viele, die mit dem Thema Digitalisierung im Tourismus schon lange zu tun haben. Für mich sind das immer Momente, in denen man nicht nur zuhört, sondern sich auch bewusst macht, wie viel Dynamik gerade in diesem System steckt.
Einer der inhaltlichen Schwerpunkte kam gleich zu Beginn von Professor Dr. Dr. Roman Egger, der sehr klar aufgezeigt hat, dass wir uns nicht in einem technischen Fortschrittsprojekt befinden, sondern in einem Change-Prozess. Digitale Transformation ist kein Werkzeugkauf und kein Projekt mit Enddatum, sondern ein grundlegender Wechsel in Strukturen, Prozessen und Denkweisen. Er hat das sehr präzise auf den Punkt gebracht:Strukturen, Prozesse und Daten sind nur die Basis – der eigentliche Wandel beginnt erst darüber.
Darauf aufbauend wurde sehr gut herausgearbeitet, dass:
• digitale Transformation kein Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess ist
• KI bereits jetzt eine Infrastruktur wird und nicht nur ein neues Tool
• der Dialog zwischen Mensch und Maschine zum neuen Normalfall wird
• Rollenverteilung und Verantwortlichkeit neu verhandelt werden müssen• Rechtssicherheit und Vertrauen zu echten Standortfaktoren werden
• der Fachkräftemangel ein Symptom, aber nicht die eigentliche Ursache ist
Die Darstellung dieser Zusammenhänge hat den Ton für den restlichen Vormittag gesetzt – nämlich einen Ton, der nicht von Technikträumereien lebt, sondern von einer realistischen Sicht auf das, was Betriebe tatsächlich bewegt.
Die Espresso-Sessions: vier Perspektiven – eine gemeinsame Richtung
Nach dem allgemeinen Teil ging es in Kleingruppen weiter. Das Format war bewusst kurz, intensiv und rotierend gehalten, was ich als sehr angenehm empfunden habe, weil es die Diskussionen fokussiert und trotzdem vielfältig macht.
Die vier Themenschwerpunkte waren:
1. KI-Potenziale nutzen
Wie kann KI Betriebe entlasten? Welche Aufgabenmachen Sinn? Wo wird’s kompliziert?Die Gespräche haben bestätigt: KI kann viel, aber die Voraussetzung ist, dass Prozesse davor klar sind. Viele Herausforderungen liegen nicht bei der Technologie, sondern im Alltag der Betriebe – in der Organisation, der Kommunikation, der Zeit, den Ressourcen.
2. Daten & digitale Souveränität
Ein großes Thema, das immer wieder aufpoppt: Wir haben Daten, aber kaum gemeinsam nutzbare Strukturen.Hier wurde sehr deutlich, dass Österreich nur weiterkommt, wenn Datenräume kooperativ gedacht werden – über Betriebe, Regionen und Ebenen hinweg.
3. Startups & Netzwerke
Viele sehen im Netzwerkgedanken einen echten Motor für Innovation. Gleichzeitig wurde offen angesprochen, dass wir Räume für Try & Error brauchen – etwas, das in Österreich nicht selbstverständlich ist. Ohne Ausprobieren gibt’s keine Fortschritte.
4. Wissen vermitteln
Der wohl wichtigste Punkt für die nächsten Jahre: Wie bringen wir KI-Kompetenzen dorthin, wo sie wirklich gebraucht werden? Nicht jeder Betrieb hat Zeit für lange Ausbildungen. Es braucht Formate, die einfach, praktisch und anschlussfähig sind und Andockstationen, die die Betriebe up-to-date bleiben.
Was bleibt nach so einem Vormittag?
Vor allem das Gefühl, dass hier an den richtigen Themen gearbeitet wird. Die Mischung aus Forschung, Praxis, Technologie und regionaler Perspektive hat der Veranstaltung eine Bodenhaftung gegeben, die man nicht überall findet. Es war kein Event, bei dem man mit großen Schlagworten nach Hause geht, sondern eines, bei dem man Zusammenhänge besser versteht und sieht, wo der Weg hingehen kann.
Und neben dem Inhaltlichen war es auch ein sehr nettes Wiedersehen mit vielen Menschen, mit denen ich in den letzten Jahren immer wieder zu tun hatte – aus Destinationen, Ministerium, Unternehmen, Hochschulen und Beratungsbereichen. Genau solche Gelegenheiten zeigen, wie viel Wissen im System steckt und wie wichtig es ist, es zusammenzuführen.
Für alle, die einen Überblick mit Hilfe eines KI-Podcasts reinhören möchten, hier von Prof. Dr. Dr. Egger



